Punktion der Eizellen

Zehn Tipps, was Du nach der Punktion der Eizellen meiden solltest

Punktion der Eizellen, klingt eigentlich nicht kompliziert. Ob durch IVF oder ICSI, der Vorgang der Punktion deiner Eizellen ist identisch. Ich teile mit dir meine Erfahrungen und verrate dir, was du meiden solltest.

Die Punktion der Eizellen, was steckt dahinter?

Die Punktion der Eizellen klingt unkompliziert und simpel, aber wenn man es selbst erlebt hat, weiß man, dass mehr dahinter steckt. Der Vorgang wird auch als Follikelpunktion bezeichnet. Dieser erfolgt per Ultraschall über die Scheide. Mithilfe des Ultraschallkopfes und einer dünnen Hohlnadel wird durch die Scheidenwand durchgestochen und somit die dahinter liegende Follikelflüssigkeit abgesaugt.

Na, dass klingt schonmal nicht schön oder? 🙁

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich geguckt habe als ich das erfahren habe! Ich glaube dein Gesicht sieht grad genau so aus! 🙂

Damit es nicht ganz dramatisch wird, verrate ich dir schon mal, dass der Vorgang unter Narkose erledigt wird und bereits nach 10-15 min vorbei ist.

Was du vor der Punktion beachten solltest:

  • Vor dem Eingriff nichts essen oder trinken. Flüssigkeit wenn, dann nur in geringen Mengen.
  • Nimm dir etwas zu essen mit, denn nach dem Eingriff solltest du dich stärken. Die KIWU-Kliniken bieten meistens etwas warmes zu trinken an.
  • Du solltest an diesem Tag kein Auto fahren, also Mann mit einpacken, wenn vorhanden. 🙂
  • Grundsätzlich erfolgt vor der Punktion eine Blutabnahme.
  • In der Nervosität bist du nicht alleine, schau auf deinem Partner. Ihm geht es sicherlich nicht besser. Ihr beide könnt euch vor und nach dem Vorgang unterstützen! 🙂

Therapie vor der Punktion der Eizellen

Natürlich gehört auch eine Hormonstimulation zu diesem Prozess. Durch Rücksprache mit deinem KIWU-Arzt, wird er mit dir den Vorgang gut planen und dir stimulierende Medikamente, die für dich geeignet sind verschreiben.

Im kommenden Zyklus wirst du für einen Monat die Pille verschrieben bekommen, so pendelt sich dein Zyklus zeitgerecht ein um die genaue Vorgehensweise anzupassen. Vergiss aber bitte nicht, dass deine Menstruation (Periode) nicht wie gewohnt ist. Die Blutung wird sehr gering bis kaum bemerkbar sein.

Tritt deine Menstruation ein, so solltest du dich an den abgesprochenen Stimulationsplan halten. Meistens beginnt die Stimulation am zweiten oder dritten Zyklustag.

Ich hoffe, dass du keine Angst vor Nadeln hast! :-/ Denn die Stimulationsmedikamente werden subcutan (unter die Haut) gespritzt und fördern die Bildung mehrerer Eiblässchen.

Hormonstimulation vor der Punktion der Eizellen

Hormonstimulation vor der Punktion der Eizellen

 

Tipp: Gespritzt wird im Bauchbereich unter dem Bauchnabel. Desinfiziere eine Stelle an deinem Bauch, dann nimmst du dir eine Bauchfalte mit Daumen und Zeigefinger und stichst mit der Nadel schnell ein. Du spürst nur ein kleines Stechen. Es ist wirklich nicht schlimm!

Am siebten Zyklustag wirst du eine weitere Spritzenmedikation einnehmen müssen. Diese verhindert einen vorzeitigen Eisprung. Leider sind diese Spritzen etwas schmerzhafter. Du könntest ein leichten Schmerz aber auch ein brennendes Gefühl verspüren.

Ab dem achten Zyklustag beginnen die Ultraschallkontrollen in der KIWU-Klinik oder bei deinem Gynäkologen. Diese Ultraschallkontrollen erfolgen regelmäßig, bis deine Follikel ihre richtige Größe erreicht haben. Durchschnittlich liegt die Größe bei 20 mm.

Die Dauer der Reifung ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. Von 8-16 Tagen wird die Hormonstimulation fortgesetzt.

Tipp: Die Medikation solltest du täglich um die gleiche Uhrzeit nehmen. Beide Spritzen sollten nicht gleichzeitig gesetzt werden.

Wenn die Follikel gereift sind, folgt am Abend die Auslöserspritze des Hormons HCG.

Am übernächsten Morgen erfolgt dann deine Follikelpunktion.

Mein Gefühlschaos vor der Punktion der Eizellen

Wir Kinderwunschpaare sehen immer gerne die Frauen, die nach der ersten IVF oder ICSI sofort den einschlagenden Erfolg hatten. Du musst dir im klaren sein: Diese Mädels haben Glück gehabt!

Aber wenn das Schwangerwerden auf normalen Wege nicht klappt oder die vorherigen Inseminationen keinen Erfolg gebracht haben, dann ist die IVF oder die ICSI die nächste Möglichkeit dir und mir weitere Hoffnung zu schenken.

IVF/ICSI

IVF oder eine ICSI, sind weitere Möglichkeiten sich den Kinderwunsch zu erfüllen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch ich gehöre nicht zu den Glücksfrauen, die beim ersten Versuch schwanger geworden sind. Leider 🙁

Aber ein neuer Versuch ist auch eine neue Chance.

Ich weiß wie nervös ich war, als ich die ganzen Unterlagen zur ICSI in der Hand hielt. Einerseits war ich schockiert was auf mich zukommt, aber andererseits wussten wir (mein Mann und ich), dass es weiter geht – weiter mit unserem Wunsch. Also Augen zu und durch.

Einzustellen gab es bei mir den TSH Wert, der Schilddrüsenwert. Trotz Medikation war dieser weiterhin zu hoch, auch nach erhöhter Dosis der Medikamente. Also ging ich in die Stimulation zur Punktion der Eizellen mit dem Wert von 2,54. Perfekt wäre ein Wert von 1,0! Keine guten Voraussetzungen.

Los ging es mit einer Kontrolluntersuchung, ob Zysten vorhanden sind oder nicht. Aber zum Glück alles in Ordnung – also startete ich mit der Pille. Ein Monat lang sollte ich sie nehmen bevor ich es dann endlich losgehen konnte. Aber wie das so ist, kam meine Menstruation nicht. Meine Periode war so gering das ich sie kaum bzw. garnicht bemerkt hatte. Also hieß es für uns wieder einen Monat länger warten. Als ob das Warten dann noch so leicht wäre. Meine KIWU-Ärztin verzichtete dann auf ein weiteren Zyklus mit der Pille.

Da wir alles selbst zahlen müssen, weiß ich, dass diese Medikamente für die Punktion sehr teuer sind. Wir haben uns die Medikamente aus Belgien geholt, auf Empfehlung unserer KIWU-Ärtzin. Somit konnten wir etwas Geld sparen. Immerhin haben uns die Medikamente ca. 1000 Euro gekostet. Wo du deine Medikamente günstig kaufen kannst, kann dir deine KIWU-Klinik raten. Denn das kaufen von Medikamenten im Ausland sieht der Zoll leider nicht so gern.

Also habe ich dann den zweiten Zyklus abgewartet und am dritten Zyklustag mit Stimulatiosmedikamenten begonnen. Einerseits nervös, andererseits froh endlich zu beginnen. Angst machte sich aber auch breit, was ist wenn ich überstimuliert werde? Alles abbrechen und wieder warten? Wieder warten auf die nächste Gelegenheit? Aber nein, soweit wollte ich nicht denken. Einfach positiv angehen lassen, es wird schon alles gut gehen!

Mir fiel das Spritzen nicht schwer, schließlich tue ich das auch beruflich. Mein Mann dagegen konnte nicht mal zusehen, wie ich mir täglich eine und später dann noch zwei Spritzen setzten konnte. Aber er war stolz auf mich, das ich das alles so bewältigte und das bedeutete mir sehr viel.

Durch die Hormone kommt es oftmals zu einem Gefühlschaos. Eine reine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. In einem Moment ist alles toll und von jetzt auf gleich ist man genervt und hat auf nichts Lust. Stell dich darauf ein, dass es auch bei dir so sein kann. Warne auch dein Partner davor! 🙂

Geduld

Geduld

 

Tag für Tag immer warten und spritzen. Das waren die längsten Tage in meinem Leben. Bei meinen Ultraschalluntersuchungen war immer alles in Ordnung. Keine Anzeichen einer Überstimulation. In der letzten Ultraschalluntersuchung konnten  9 Follikel gezählt werden, aber es könnten mehr sein laut meiner KIWU-Ärtzin. Das war eine beruhigende und schöne Nachricht und ich war guter Dinge.

Nach 14 Tagen war es dann soweit, ich konnte meine Auslöserspritze setzten und hatte am übernächsten Morgen meinen Termin zur Punktion der Eizellen. Geschlafen habe ich vor Aufregung nur wenig. Wie gut das man nüchtern sein sollte, denn an diesem Tag hätte ich nichts herunter bekommen. Wir wollten es nur schnell hinter uns bringen. Also auf zur Klinik.

Im Wartezimmer angekommen, noch schnell ein Formular für die Narkoseärztin ausgefühlt, noch eine Blutabnahme und schon ging es los…

Ich nahm Platz in einem grösseren Raum, der in drei Abschnitten getrennt war. Trotz Grösse beruhigte mich der Raum, denn er war harmonisch und gemütlich gestaltet. Im Hintergrund lief leise Musik. Neben mir waren noch zwei Frauen, die sich ebenfalls auf den Eingriff vorbereitet hatten. Ich denke denen ging es nicht anders als mir.

Nach einer kurzen Zeit kam auch die Narkoseärztin zu mir um das Formular, welches ich im Warteraum ausgefüllt habe, zu besprechen. Sie war sehr nett und sprach mir Mut zu.

Knapp 30 Minuten später hörte ich meinen Namen. Also Kathi dann mal los, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen!

befruchtete Eizelle

Die befruchtete Eizelle

Die Punktion der Eizellen dauerte ca 10 Minuten unter Vollnarkose. Es ging schnell vorüber. Plötzlich wurde ich auf meinem Platz in dem großen harmonischen Raum wach. Ich kam recht schnell zu mir und mein Mann saß neben mir. Die Arzthelferin kam dann auch schon mit zwei Tassen Kaffee für uns um die Ecke.

Kurz darauf stand auch schon meine KIWU-Ärtzin vor mir und fragte mich nach meinem Wohlbefinden. Sie erzählte mir, dass alles gut verlaufe sei und das sie 14 Follikel bei der Punktion gewinnen konnte. In dem Moment ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es war ein schönes Ergebnis.

Nun hieß es warten wieviele Eizellen sich davon auch befruchten lassen.

Meine KIWU-Ärztin meinte, dass es besser wäre wenn ich alle zwei Tage zur Infusion komme, damit ich ausreichend Flüssigkeit habe, dies habe ich auch gemacht. Ein Dankeschön an meinen Mann an dieser Stelle, der mich immer zu allen Terminen zur KIWU-Klinik begleitet hat und es auch weiterhin macht. Es bedeutet mir sehr viel.

Natürlich musst du einige Dinge beachten, nach der Punktion der Eizellen.

Tipss, worauf du nach der Punktion der Eizellen achten solltest

  1. Ausreichend Flüssigkeit, Kaffee begrenzt trinken, viel Tee und Wasser, bis zu drei Liter am Tag
  2. Gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Eiweißreiche Kost
  3. nicht Rauchen
  4. kein Alkohol
  5. keine Langen Spaziergänge, viel ausruhen
  6. je nach Job solltest du überlegen ob ein Krankenschein vielleicht in Frage kommt
  7. keine schweren Sachen heben
  8. Ulraschallkontrolle in der KIWU-Klinik oder beim Gynäkologen durchführen lassen
  9. verordnete Medikamente nicht vergessen einzunehmen. Ich hatte damals Mivagin verordnet bekommen, um einen Infekt zu vermeiden.
  10. niemals die Hoffnung aufgeben

Mein Ergebnis

Nach der langen Prozedur lagen die Ergebnisse bevor. Von 14 Eizellen aus der Punktion, haben sich nur fünf Eizellen befruchten lassen. Eigentlich ein sehr schwaches Ergebnis, jedoch war ich froh, dass diese fünf es uns ermöglichen können, unseren Wunsch zu erfüllen.

Jedoch habe ich erfahren das meine Eizellenquallität leider nicht positiv ist. Wir mussten weiter hoffen, dass unsere Eizellen stark genug sind um bei uns zu bleiben.

Für den Transfer haben wir uns für zwei befruchtete Eizellen entschlossen, die mir auch eingesetzt worden sind. Leider konnten wir uns auch bei unserer ersten ICSI nicht glücklich schätzen. Der Schwangerschaftstest und Bluttest waren negativ. Alle Hoffnung war wiedermal verloren.

neue Chance

Hoffnung nicht aufgeben

Mein Mann und ich haben daraus gelernt immer noch das positive aus der Situation zu ziehen. Vor uns steht die Kryo. Schließlich haben wir noch drei tapfere Eisbären. Die Chance ist noch nicht verloren. Denn nach jeder Enttäuschung beginnt eine neue Chance. Die wir auch nutzen.

Nach jeder Enttäuschung beginnt eine neue Chance!!!

Ich hoffe, dass du es auch so siehst, wenn es auch bei dir nicht das erste mal funktioniert.

Ich wünsche dir weiterhin viel Glück mit deinem Babyglück. Vielleicht hast du auch Erfahrungen zur IVF oder ICSI und möchtest es mit anderen teilen, dann hinterlasse mir einen Kommentar. Ich würde mich sehr freuen.

Vielleicht interessieren dich noch andere Blogbeiträge wie Ungewollt Kinderlos, wenn die Seele belastet ist (KLICK) oder Die In Vitro Fertilisation, was ist die IVF (KLICK)

Schau einfach mal vorbei.

Deine Kathi 😉

 

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